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Pressecommuniqué vom
15. Januar
2002:
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Ethik-Kommission: Statt
mutiger Entscheidungen nur der Kniefall vor der Patentlobby
Die Ethik-Kommission des
Parlaments muss sich nach Meinung von Greenpeace jetzt endgültig den Vorwurf von
politischer Feigheit und Augenwischerei gefallen lassen.
Auf der Tagesordnung der
heutigen Sitzung der Ethik-Kommission stand eine Motion für die Neuverhandlung
der umstrittenen Biopatent-Direktive 98/44/EC. Die Motion, die von Greenpeace
prinzipiell begrüsst wird, wurde heute nach wochenlangen Beratungen erneut auf
eine nächste Sitzung vertagt. Noch Ende November hatten die Ethik-Vertreter
aller Parteien erklärt, dass sie bereit wären, eine solche Motion zu
unterstützen, so dass diese Ende Januar im Parlament zur Abstimmung vorgelegen
hätte.
"Die Ethik-Kommission
versucht permanent, sich ihrer politischen Verantwortung zu entziehen und eine
Entscheidung zu umgehen. Das Argument der Ethik-Kommission, man wolle erst die
Meinung des Nationalen Ethik-Rates abwarten, kann nur als fadenscheinige
Hinhaltetaktik bezeichnet werden," sagt Martina Holbach von Greenpeace
Luxemburg. "Die Ethik-Kommission unter dem Vorsitz von Herrn Rippinger hat heute
endgültig bewiesen, dass sie keinen Mut hat, sich gegen Wirtschaftsminister
Grethen und seine Patentlobby durchzusetzen und einem Gesetzesvorschlag, der
sich gegen die grundlegendsten Interessen der Gesellschaft richtet, eine Abfuhr
zu erteilen."
Völlig überraschend
erklärten sich während der heutigen Kommissionssitzung Vertreter von DP, LSAP
und CSV bereit, die Patentdirektive in nationales Recht umsetzen zu wollen.
Dabei blieb noch offen, ob und inwieweit einzelne Artikel des Gesetzesvorschlags
geändert werden sollen. Für Greenpeace stellt dieser Sinneswandel ein absolutes
Rätsel dar, hatten sich doch noch Ende 2000 die Fraktionen von CSV und LSAP
äusserst kritisch gegenüber einer Umsetzung der Biopatentdirektive geäussert.
Für Greenpeace ist dies ein weiterer Beweis dafür, dass die Ethik-Kommission nun
den endgültigen Kniefall vor dubiosen Wirtschaftsinteressen vollzieht.
"Ob die Mitglieder der
Ethik-Kommission auch den Willen ihrer Fraktionen vertreten, ist mehr als
fragwürdig", erklärt Martina Holbach. "Der zur Zeit bereits vorliegende
Änderungsvorschlag des CSV-Abgeordeten Patrick Santer ist blosse Kosmetik an
einem durch und durch kranken Gesetzesvorschlag. Santer's Vorschlag stellt die
Patentierung des menschlichen Erbguts sowie Pflanzen und Tiere nicht in Frage.
Dies ist aus ethischer Sicht völlig inakzeptabel. Wer die Patentierung der
Natur, allen voran des Menschen und seiner Gene, ablehnt, kann sich nur für eine
Lösung entscheiden : die Direktive nicht in nationales Recht umzusetzen."
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