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Patent auf Brustkrebsgen: Greenpeace startet Protest-Unterschriftenaktion Greenpeace Luxemburg ruft heute die Öffentlichkeit, insbesondere Ärzte und Patienten auf, gegen die Erteilung eines Patents auf ein Brustkrebsgen zu protestieren. Greenpeace wird offiziell beim Europäischen Patentamt in München Einspruch gegen das Patent einlegen, die Einspruchsfrist endet im Februar 2002. Das Europäische Patentamt hatte am 23.Mai 2001 dem amerikanischen Pharmakonzern Myriad ein Patent auf ein Gen erteilt, das für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich ist. Myriad hat durch das Patent EP 0705903 ein Anrecht auf Lizenzen an allen Diagnose-Verfahren wie auch bei der Verwendung des Gens zur Therapie und Herstellung von Arzneimitteln. Durch dieses Patent sichert sich die Firma außerdem die Verwertungsrechte an allen sonstigen Funktionen des Gens. Das sogenannte BRCA1-Gen, eines von zwei Brustkrebs-Genen, wird neben seiner zentralen Rolle bei bestimmten Fällen von Brustkrebs auch mit Krebserkrankungen von Prostata und Dickdarm in Verbindung gebracht, zu denen Myriad laut Patentschrift nicht geforscht hat. Die umfassenden Patentrechte gelten jedoch unabhängig davon, ob alle Gen-Funktionen bei der Patentanmeldung bereits bekannt waren. Myriad erhält mit diesem Patent ein Monopol auf alle Funktionen des Gens, obwohl die Firma nur Verfahren zur Diagnose von Brustkrebs entwickelt hat. Das bedeutet, daß andere Wissenschaftler und Firmen nur noch mit Zustimmung von Myriad und gegen Lizenzgebühren daran forschen und die Ergebnisse verwerten dürfen. "Durch Patente auf menschliche Gene erhalten Pharmafirmen die Möglichkeit, überlebenswichtige Bereiche wie die medizinische Forschung und die Entwicklung von Medikamenten und Therapien zu kontrollieren und sogar zu blockieren, erklärt Martina Holbach von Greenpeace Luxemburg. "Es ist dringend notwendig, diese Praxis zu stoppen. Die Grundbedürfnisse der Gesellschaft dürfen nicht den Profitinteressen einiger Pharmakonzerne untergeordnet werden." Die umstrittene EU-Patentdirektive 98/44/EC, die nach dem Willen von Wirtschaftsminister Grethen auch in luxemburgisches Recht umgesetzt werden soll, erlaubt die Patentierung menschlicher Gene und somit die Privatisierung menschlichen Erbguts. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt derzeit zur Begutachtung in der Ethikkommission des luxemburgischen Parlaments. Die Nationale Ethikkommission wurde vom Staatsminister mit einem Gutachten zur Direktive beauftragt. Greenpeace lehnt Patente auf Gene ab und fordert, daß die Patent-Direktive nicht in nationales Recht umgesetzt werden darf. Sie muß statt dessen auf EU-Ebene überarbeitet werden. Die katholische Kirche sowie die Fraktionen von CSV, LSAP und Déi Gréng unterstützen diese Forderungen. |
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© Greenpeace Luxembourg 2001 -- Update: 17-12-05 |