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Pressecommuniqué vom
21. November
2000:
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Patent-Konferenz in München
verweigert Diskussion über Patente auf Leben
München, 21.11.2000 - Auf der
internationalen Konferenz am Europäischen Patentamt (EPA) verhärten sich die
Fronten: nachdem Greenpeace sich gestern die Gelegenheit erstritten hatte, die
Konferenz-Teilnehmer über die aktuellen Patentskandale zu informieren, mussten
die Vertreter der Umweltorganisation heute morgen nach einer 10-minütigen Rede
die Konferenz wieder verlassen. Die Delegationen aus zwanzig Staaten weigerten
sich, die höchstumstrittene Patentierung von Leben als Diskussionspunkt auf die
Tagesordnung zu setzen. Auch die luxemburgische Delegation hat heute nichts
unternommen, um die Fehlentwicklungen am Europäischen Patentamt zu unterbinden.
Das Europäische Patentamt
erteilt entgegen seiner eigenen Rechtsgrundlage Patente auf Pflanzen, Tiere und
menschliche Gene. Erst am Sonntag hatte Greenpeace einen neuen Patentskandal
veröffentlicht: so hatte das Patentamt bereits Anfang 1999 ein Patent auf
Chimären, also Mischwesen, zwischen Mensch und Tier erteilt.
"Die Konferenz-Teilnehmer
ignorieren bewusst die zunehmende Kritik an der Patentierung von Leben und
verweigern die öffentliche Auseinandersetzung," sagt Martina Holbach von
Greenpeace Luxemburg. "Diese Konferenz hat es in der Hand, Patente auf
Leben zu verbieten. Der luxemburgische Wirtschaftsminister und seine Delegation
bei der Konferenz können es sich nicht erlauben, sich einfach dumm zu stellen.
Wir fordern jetzt von den Regierungen der beteiligten Länder, ihre Delegationen
in München anzuweisen, die Patentierung auf Leben zu stoppen."
Bereits im Oktober hatte
Greenpeace den luxemburgischen Wirtschaftsminister um eine Stellungnahme zur
umstrittenen Patentierungspraxis des EPA gebeten. Greenpeace fordert Grethen
jetzt erneut auf, eine politische Entscheidung zu treffen und seine Delegation
in München anzuweisen, sich offiziell gegen die Patentierung von Leben
einzusetzen.
Der Verwaltungsrat des EPA hatte
1999 die Patentierung von Pflanzensorten und Tierarten für zulässig erklärt,
obwohl das Europäische Patentübereinkommen derartige Patente eindeutig
verbietet. Auch Patente auf Teile des menschlichen Körpers und menschliche Gene
waren für zulässig erklärt worden. Greenpeace fordert von den Teilnehmern der
Konferenz, diesen unrechtmässigen Beschluss des Verwaltungsrates rückgängig
zu machen und ein Verbot von Patenten auf Lebewesen zu verankern. Leben darf
nicht zum Eigentum von multinationalen Konzernen werden.
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