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Pressecommuniqué vom
29. November
2000:
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Greenpeace betoniert Patente
auf Leben ein
München, 29.11.2000 - Als
Mahnmal gegen die unkontrollierte Patentierung von Lebewesen und Genen errichten
Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und
Finnland seit heute morgen eine drei Meter hohe und zwei Meter breite
Stahlplatte vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München. Während in dem
Gebäude der letzte Sitzungstag der internationalen Patent-Konferenz
stattfindet, schweißen und nieten die Umweltschützer die 200 Kilogramm schwere
Stahlkonstruktion zusammen. Zugleich versuchen sie, in den Sockel Patentanträge
auf Lebewesen und Gene einzubetonieren, die Greenpeace bei Recherchen im
Patentamt entdeckt und beschlagnahmt hat. Dabei ist es zu heftigen Rangeleien
mit der Polizei gekommen, die dies verhindern will.
Da
die Konferenz sich geweigert hatte, die Patentierung von Lebewesen zu stoppen,
wird auf der Stahlplatte der Artikel 1 eines zukünftigen Europäischen
Patentgesetzes angebracht, der für Greenpeace unverzichtbar ist:
"Lebewesen und ihre Gene sind nicht patentierbar" ist dort in
Englisch, Deutsch und Französisch in Metallplatten eingraviert.
"Derzeit stehen beim EPA
einige hundert Patente auf Lebewesen und deren Gene zur Erteilung an", sagt
Martina Holbach von Greenpeace Luxemburg. "Die Konferenz hat die
Gelegenheit verpaßt, dem illegalen Treiben des EPA ein Ende zu setzen. Jetzt
sind rasche Reaktionen der Parlamente und der Regierungen der Mitgliedsstaaten
gefordert. Es kann nicht sein, daß sich eine Handvoll hoch bezahlter Beamter
zusammen mit dem EPA und der Industrie über alle Einwände hinwegsetzt und die
öffentlichen Interessen ignoriert."
Nach Ansicht von Greenpeace muß
jetzt vor allem die Umsetzung der neuen EU-Patent-Richtlinie gestoppt werden.
Mit der Umsetzung würde die widerrechtliche Patenterteilung des EPA
nachträglich legalisiert: Die Richtlinie würde erstmals Patente auf Pflanzen
und Tiere, Teile des menschlichen Körpers und Gene ausdrücklich erlauben. Auch
Patente auf menschliche Embryonen oder Chimären aus Mensch und Tier werden
darin nicht eindeutig verboten. Gegen die Umsetzung der Richtlinie haben sich
bereits der Europarat, europäische Ärzteverbände, die katholische und
evangelische Kirche in Deutschland, der deutsche Bauernverband sowie
verschiedene Ethik-Kommissionen ausgesprochen.
Die meisten Mitgliedsstaaten der
EU scheinen derzeit die Patentierung von Genen und Lebewesen abzulehnen.
Tatsächlich ist die Patentdirektive bislang nur in vier Ländern umgesetzt
worden, obwohl eine entsprechende Frist bereits verstrichen ist. "Wir
fordern den luxemburgischen Wirtschaftsminister nochmals auf, den im Juni dieses
Jahres im Parlament deponierten Gesetzesvorschlag zur Patentierung von Leben
umgehend zurückzuziehen. Die luxemburgische Regierung muß sich darüber hinaus
jetzt bei der Europäischen Kommission für eine neue EU-Direktive einsetzten,
die der Patentierung von Leben klare Grenzen setzt", so Holbach.
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